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Immersive Medien 1
Prof. Daniel Fetzner und Prof. Dr. Bruno Friedmann | Winter 2011/12
RESONANZ UND PRÄSENZ
»Wir hören durch die Luft, wie wir durch die Luft sehen.«
Fritz Heider
In dem Modul Immersive Medien* im Wintersemester 2011/12 betrachten wir Medien nicht als Kanäle, sondern als Wellen, Interferenzen und Felder. Im Sinne von McLuhan bilden sich sogenannte »Mediosphären« heraus, die Medien selbst werden zur physischen Massage der Sinne. Über den Entwurf eigener immersiver Umgebungen soll dieses Feld zwischen Mensch und Technik im Gebrauch untersucht werden.
Historisch ist der Begriff Resonanz ein akustisches und ursprünglich gleichzeitig ein musikalisches Phänomen. Phytagoras experimentierte mit einem Monochord (eine Saite, gespannt über einem Resonanzkörper), um Saitenresonanzen in Abhängigkeit von den Saiten-Teilungsverhältnissen zu finden. Er war weniger an der Physik interessiert; vielmehr versuchte er damit Klänge und Musik in seine Kosmologie der Dominanz von ganzzahligen Verhältnissen einzuordnen.
Resonanz mit ihren faszinierenden Phänomenen wie Energietransformationen und -speicherung, selektive und sympathetische Wesenheiten, wird in vielen nichttechnischen Bereichen als Modell, als Metapher oder als methodisches Instrument benutzt. Dieses transformatorische Moment des Resonanzbegriffs wird in Relation zu unserer allgegenwärtigen medialen (Tele-)Präsenz benutzt, um die kultur- und medienwissenschaftliche Bedeutung der aktuellen „Immersiven Medien“ zu diskutieren und besser zu verstehen.
Wir bedienen uns Methoden der künstlerischen Forschung und lesen Texte zur Embodiment- und Präsenztheorie.
Teilnehmer | Diskussion | Arbeiten | Aufführung?
| Datum
| Thematik
| ToDo
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| 10. 10.
| Einführung
Projekt NETTRIKE und 4 ROOMS
| Klangkunstprojekte und Resonanzphänomene in Donaueschingen (s.u.) recherchieren
Chatroulette aufzeichnen und auf Resonanz bzw. Translokalität hin untersuchen
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| 14.-16.10.
| Donaueschinger Musiktage
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| 17. 10.
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Resonanzaspekte (Prof. Friedmann) Kurzreferate Chatroulette bzw. Musiktage Donaueschingen
| Bitte komlettes Max 5 installieren Resonanz- und Präsenzphänomene im Seminar bis zum 07. November Bau erster Prototypen
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| 24.10.
| Zum Resonanzbegriff in den Projekten fogpatch und CairoRoundabout (Prof. Fetzner)
Einführung in Max 5
| Recherche, z.B. BIOPHILIA von Björk
Bitte komlettes Max 5 installieren
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| 31.10.
| Termin wird am 07.11. nachgeholt
| Projektideen entwickeln
Aufgabe: Entwickeln Sie ein Konzept für eine Liveperformance, die im Januar via Skype aufgeführt wird. Dauer und Ort sind abhängig von der gewählten Dramaturgie. Diese kann selbst entwickelt oder es kann auf eine bekannte Vorlage zurückgegriffen werden. Die Video- und Audiosignale sollten dabei entsprechend der Konzeptidee ebenfalls live via Max/MSP/Jitter bearbeitet und transformiert werden. Nutzen Sie nach Möglichkeit die technischen Möglichkeiten wie UMTS und GPS.
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| 07. 11.
| Wissenschaftsgeschichte, wiss. Arbeiten, Forschungsfrage Vorstellung der Projektideen und -konzepte
| Lesen des Textes Die Zeit der Übermittlung von Régis Debray
Besuch der Performance mit Stelarc in Basel am 11.11. beim JOLT-Festival
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| 14. 11.
| Video "Übertragung" von Harun Farocki
| Lesen des Textes Enactive Intersubjectivity von Thomas Fuchs
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| 21.11.
| "Musik mit Musik"
Seminarvortrag von Johannes Kreidler, Komponist
| Diskussionsbeiträge erarbeiten
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| 28.11.
| 1. Block: Coaching der Konzepte
2. Block: Textdiskussion
| Weiterentwicklung der Konzepte
Text 1 erarbeiten
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| 05.12.
| Konzept, Realisierung, wiss. Fragestellung; Coaching von Einzelarbeiten
| Exkursion in Zentrum für Medientechnologie (ZKM) nach Karlsruhe am 09.12.
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| 12.12.
| 1. Block: Coaching der Konzepte
2. Block: Textdiskussion
| Weiterentwicklung der Konzepte
Text 2 erarbeiten
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| 19.12.
| 1. Block: Coaching der Konzepte
2. Block: Textdiskussion
| Weiterentwicklung der Konzepte
Text 3 erarbeiten
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| 09. 01.
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| 16.01.
| Generalprobe
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| 17.01.
| Präsentationen am "Tag der Medien"
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| 01.02.
| Fertigstellung der Dokumentation in diesem Wiki
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Literatur:
Demuth, V. (2011): Zeit der Kälte. In: Lettre International 93, S. 123 ff
Fuchs, T. (2009): Das Gehirn - ein Beziehungsorgan. Stuttgart: Kohlhammer
Grau, Oliver (2001): Telepräsenz: Zu Genealogie und Epistemologie von Interaktion und Simulation. In: UNSPECIFIED, Frankfurt am Main: Suhrkamp, pp 39 - 63.
Heider, F. (2005): Ding und Medium. Berlin: Kadmium
Lichau K., Tkaczyk V., Wolf R. (2009): Resonanz - Potentiale einer akustischen Figur. München: Fink
McLuhan, M. (1969): Das Medium ist Massage. Frankfurt: Ullstein
Rautzenberg, M. (2009): Die Gegenwendigkeit der Störung: Aspekte einer postmetaphysischen Präsenztheorie. Zürich: Diaphanes

Abb: Chladnische Klangfigur
Leistungsnachweis IM 1
Leistungsnachweise für das Modul sind neben zwei Kurzreferaten (jeweils 20%) eine Skype-Performance sowie deren Dokumentation und Reflektion in diesem Wiki (60%) als Gruppenleistung in Gruppen von je zwei bis drei Personen. Ein Kurzreferat berichtet über den Besuch einer immersiven Umgebung (z. B. Bourbaki Theater Luzern, Isenheimer Altar Colmar, Kirche St. Peter etc.)
Beispiele wiss. Papers:
Cross-modal interactions in perception of musical performance - Struktur des Papers (Empirie)
Bioinformatic Response Data as a Compositional Driver - Struktur des Papers (Technik)
More than 'Just a Hammer' Critical Techniques in Electroacoustic Practice - Struktur (künstl. Forschung)
Bedouinen im Gespräch
* Die beiden Lehrmodule Immersive Medien 1 und 2 (je 6 ECTS) beschäftigen sich mit der Faszination des Eintauchens in mediale Ereignisse und Situationen. Das Phänomen der Immersion hat eine lange kulturgeschichtliche Tradition, die durch die Einführung der technischen, insbesondere der digitalen Medien eine enorme Intensivierung und Ausweitung erfahren hat.
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